Mit grosser Trauer haben wir die Nachricht erhalten, dass am 10. Februar 2006 unser grosser Freund und Kamerad Stefan Hross zum ewigen Leben abberufen wurde.
Bis zum seinem zehnten Jahr lebte er in der Gemeinde Rosternitz in der Wischauer Sprachinsel. Er mußte hier nicht nur die Strapazen des zweiten Weltkrieges mit seinem bitteren Ende, sondern auch ein ganzes Jahr unter schweren Bedingungen miterleben, bevor er mit seinen Eltern und fast allen Landsleuten nach Deutschland vertrieben wurde. Auch hier in dem vom Krieg zerstörten Deutschland war das Leben nicht leicht. Mangel an Lebensmitteln, schwierige Wohnmöglichkeiten und viele andere Nachkriegsbedingungen prägten hier das Leben der Menschen, vor allem der jüngeren Generation. Durch unermüdliche und fleissige Arbeit fügten sich diese Leute in ihr weiteres Leben. Das aber ändert nichts daran, dass gerade diese junge Generation – wie Stefan – seine besten Lebensjahre verloren hat. Stefan Hross gehörte trotzdem zu denen, die nicht verbittert wurden. Er arbeitete viel und erfolgreich und gründete auch eine Familie. Er dachte dabei immer an die verlorene Heimat zurück. Viele Jahres trafen wir uns, als er mit seinen Landsleuten die Heimat besuchte. Er war ein munterer und freundlicher Mann. Er gehörte zu den Leuten, die nicht nur ihre Heimat besuchten, sondern auch wirksam mithalfen und das nicht nur finanziell, sondern auch beim Stärken unserer gemeinsamen Beziehungen. Als Beispiel dient die Renovierung der Rosternitzer Kirche, oder des ehemaligen Volkshauses – heute Gemeindehauses in Rosternitz, das von seinen Vorfahren im 20. Jahrhundert erbaut wurde. Es gehört bis heute zu den bedeutendsten Gebäuden der Sprachinsel. Und Stefan Hross war wieder einer der Akteure, die in diesem Gemeindehaus eine schöne Exposition installierten. Diese erinnert an das Leben in der ehemaligen Sprachinsel. Es ist hier zu sehen, wie einst diese Bewohner lebten, ihre Bräuche – vor allem Lieder, Tänze und Tracht. Stefan kam nicht nur oft nach Rosternitz zurück, sondern war auch in der Tanz- und Trachtengruppe der Wischauer tätig. An vielen Aufnahmen – auch im Internet – ist sein lächelndes Gesicht, sein Lebenselan und seine Zufriedenheit zu sehen. Es ist sehr schade, dass wir uns nicht mehr bei der Feier seines Lebensjubiläum treffen können – so, wie wir es versprochen haben.
Sehr geehrte Frau Resi Hross, sehr geehrte Familie, sehr geehrte Verwandte und Freunde aus der Wischauer Sprachinsel. Leider hatten wir nicht die Möglichkeit beim letzten Abschied von unserem lieben und teueren Freund Stefan dabei zu sein. Nehmen sie bitte auf diese Weise unser herzliches und tiefes Beileid zum Verlust dieses besonderen Mannes entgegen. In unseren Gedanken und Erinnerungen wird er immer bei uns bleiben.
Als unser Dankeschön für sein Leben, seine Freundschaft und Mitarbeit wird in der Rosternitzer Kirche eine Heilige Messe gelesen.
Vera und Ludek Matyas mit Familie, Marie Slavikova mit Familie, Familie Hanacek
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